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Gesetzesänderungen(Aktualisiert: 26.09.2026)

Mineralölsteuer 2026: Tankrabatt ab 1. Oktober beschlossen

Tankrabatt beschlossen: Vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 ct/l, brutto rund 17 Cent. Alle Steuersätze.

Bundesregierung beschließt befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe
Bundesregierung beschließt befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe

Update vom 26. September 2026: Der Tankrabatt ist beschlossen. Bundestag und Bundesrat haben am 25. September 2026 zugestimmt, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 erneut um 14,04 Cent pro Liter zu senken.

Nach dem Auslaufen der ersten Runde am 30. Juni 2026 geht der Tankrabatt damit in die zweite Runde. Benzin und Diesel werden um 14,04 Cent netto pro Liter günstiger, brutto sind das inklusive Umsatzsteueranteil rund 17 Cent. Die Steuersätze sind dieselben wie von Mai bis Juni 2026.

Was wurde beschlossen?

  • Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent netto bzw. rund 17 Cent brutto pro Liter
  • Geltungszeitraum 1. Oktober bis 31. Dezember 2026, ab dem 1. Januar 2027 gelten automatisch wieder die regulären Steuersätze
  • Mindereinnahmen von rund 2,5 Milliarden Euro bei der Energiesteuer und rund 293 Millionen Euro bei der Umsatzsteuer
  • Spritpreisdeckel nach luxemburgischem oder belgischem Vorbild: nicht Teil des Gesetzes, geplant spätestens zum 1. Januar 2027, dazu laufen Gespräche mit der Mineralölwirtschaft
  • Pendlerpauschale: die dauerhafte Erhöhung ist bereits umgesetzt

Wie lief das Gesetzgebungsverfahren?

Bund und Länder hatten sich am 18. September 2026 auf die zweite Runde verständigt. Ein eigenes Gesetz gab es dafür nicht: Der Finanzausschuss hat die Änderungen am Energiesteuergesetz als Artikel 11 bis 13 in das laufende Versicherungs-Sanierungs-Abwicklungs-und-Aufsichtsänderungs-Gesetz (VSAAG) eingefügt, das eigentlich zwei EU-Richtlinien zur Sanierung von Versicherungsunternehmen umsetzt.

Der Bundestag hat das Gesetz am 25. September 2026 mit 434 zu 128 Stimmen beschlossen, der Bundesrat hat am selben Tag zugestimmt. Zwischen Einigung und Beschluss lagen damit sieben Tage, in der ersten Runde waren es elf. Nach Ausfertigung und Verkündung im Bundesgesetzblatt treten die Artikel zum Tankrabatt am 1. Oktober 2026 in Kraft.

Wie hoch sind die Steuersätze?

Die Senkung beträgt wie in der ersten Runde exakt 14,04 Cent pro Liter:

KraftstoffRegulärer SatzSatz im Tankrabatt (1. Oktober bis 31. Dezember 2026)
Benzin (unverbleit)65,45 ct/l51,41 ct/l
Diesel (Gasöle)47,04 ct/l33,00 ct/l

Diesel wird damit so weit gesenkt, wie es das Europarecht zulässt: 33,00 ct/l entsprechen dem Mindeststeuersatz der Energiesteuerrichtlinie. Weiter nach unten geht es bei Diesel also nicht.

Gilt die Senkung auch für Heizöl?

Nein. Die Senkung gilt ausdrücklich nur für Benzin und Diesel. Heizöl, Erdgas, Flüssiggas und andere Energieerzeugnisse sind von der befristeten Senkung nicht betroffen und werden weiterhin mit den bisherigen Steuersätzen besteuert.

Für Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie der Land- und Forstwirtschaft bleiben die bestehenden Entlastungsmöglichkeiten nach § 54 EnergieStG für Heizöl, Erdgas und Flüssiggas unverändert bestehen.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Für Unternehmen mit hohem Kraftstoffverbrauch bringt die Senkung im vierten Quartal 2026 eine direkte Entlastung bei den Betriebskosten, ohne dass ein Antrag nötig wäre: Die Senkung wirkt unmittelbar über den Steuersatz und damit über den Einkaufspreis.

Mit dem Beschluss ist sie planbar: 14,04 Cent pro Liter vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026. Wer größere Tankmengen disponiert, sollte einplanen, dass die Sätze zum 1. Januar 2027 wieder auf das reguläre Niveau steigen, und Betankungen gegebenenfalls in den Dezember vorziehen.

Unabhängig davon können Arbeitgeber ihren Beschäftigten weiterhin die freiwillige Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro auszahlen, ohne dass Steuern oder Sozialabgaben anfallen. Das Zeitfenster dafür reicht bis zum 30. Juni 2027.

Die bestehenden Entlastungsmöglichkeiten nach § 54 EnergieStG für betrieblich verwendete Energieerzeugnisse (Heizöl, Erdgas, Flüssiggas) bleiben davon unberührt und können weiterhin beantragt werden.

Rückblick: die erste Runde von Mai bis Juni 2026

Die schwarz-rote Koalition hatte die erste befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe am 13. April 2026 angekündigt. Der Bundestag beschloss sie am 24. April 2026 in namentlicher Abstimmung mit 453 zu 134 Stimmen bei einer Enthaltung, der Bundesrat stimmte am selben Tag zu.

Benzin und Diesel waren vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 um 14,04 Cent netto pro Liter (rund 17 Cent brutto inklusive Umsatzsteueranteil) günstiger. Die Mindereinnahmen für den Bund bezifferte die Vorlage auf rund 1,6 Milliarden Euro. Im selben Paket beschloss der Bundestag die freiwillige steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie für Beschäftigte von bis zu 1.000 Euro.

Mit Ablauf des 30. Juni 2026 endete die Senkung automatisch, ab dem 1. Juli galten wieder die regulären Sätze. Eine Verlängerung war zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen, erst die Einigung vom 18. September 2026 und der Beschluss vom 25. September haben das geändert.

Nach Zahlen des Bundeskartellamts kamen von den rund 16,7 Cent brutto etwa 13,8 Cent tatsächlich an der Zapfsäule an. Begleitend zur Steuersenkung hatte die Bundesregierung kartellrechtliche Maßnahmen gegen Mineralölunternehmen angekündigt: Der sogenannte “Rakete-und-Feder-Effekt”, bei dem Preiserhöhungen schnell, Senkungen aber nur verzögert weitergegeben werden, sollte stärker überwacht werden.

Hintergrund: Steigende Spritpreise

Die geopolitische Lage hat zu einem deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise geführt. Die Politik reagiert darauf mit befristeten Entlastungen, die sowohl Pendler als auch Unternehmen mit hohem Fahrzeugaufwand spürbar entlasten sollen. Ob die Senkung in voller Höhe an der Zapfsäule ankommt, hängt erfahrungsgemäß von der Weitergabe durch die Mineralölwirtschaft ab.

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